Die ganze Familie
auf einem Draht.
Kontakt statt Ortung fürs Kind, ein reiner Tracker fürs Hundehalsband, ein Elternpager mit Handy-App dazwischen: Ein Münsterpager pro Person, zentral von den Eltern eingerichtet. Ohne Handynetz, mit Empfangsbestätigung.
Erreichbarkeit hängt am Handynetz.
An 96 % der Grundschulen in NRW gelten Handyregeln, Mia hat deshalb kein Handy. Trotzdem soll die Familie wissen, dass es allen gut geht: Mia auf dem Schulweg, Bello am Aasee, Mama und Papa unterwegs.
Wir brauchen nicht mehr Ortung. Wir brauchen Kontakt.
Für Mia zählt: Kontakt statt Ortung. Ein Tracker zeigt nur einen grauen Punkt auf der Karte, er beantwortet nicht die eine Frage, die zählt. Ein Knopfdruck beantwortet sie. Nur Bello darf anders behandelt werden, er ist ein Hund, kein Tracking-Problem.
Früher gab es dafür den Kiepenkerl.
Er trug Waren und Nachrichten in seiner Kiepe durchs Münsterland, von Hof zu Hof. Kein Amt, kein Mast, nur Menschen, die weitergeben.
Heute: ein Knopf.
Mia kommt in der Schule an und drückt die obere Taste ihres Kinderpagers: „BIN DA“. Mehr muss sie nicht tun. Kein Tippen, kein Feed, kein Smartphone.
Von Hof zu Hof, per Funk.
Die Nachricht wandert durchs Kiepen-Netz: von Mias Münsterpager über einen Solar-Knoten auf dem Dach zum Balkon-Knoten der Nachbarn und weiter zu Mama. Jeder Knoten reicht sie weiter.
Zugestellt.
Mamas Münsterpager meldet automatisch zurück: angekommen. Auf Mias Display erscheint ein Haken. Sie weiß, dass die Nachricht da ist, ohne dass jemand etwas tun musste.
Gesehen.
Mama drückt Herz: „HAB DICH LIEB“. Jetzt stehen zwei Haken bei Mia: Ein Mensch hat die Nachricht gelesen. Genau das ist der Unterschied zwischen Funkbestätigung und Antwort.

